Wenn es in Strömen gießt, ist der sportliche Ehrgeiz schnell dahin. Das bekamen Jürgen Seel und Jörg Brunkhorst als Organisatoren des Weserlaufs anhand der Teilnehmerzahlen zu spüren – sie blieben deutlich hinter den Erwartungen zurück. Und auch viele potenzielle Zuschauer blieben angesichts des Regens lieber zuhause.
Glück hatten die Bambinis, die als erste auf die Strecke gingen. Als Bürgermeister Hans Francksen den Startschuss gab, war es wenigstens so halbwegs trocken. Und die Kinder gaben alles auf dem 700-Meter-Rundkurs. Der gerade vierjährige Simon Tönjes zum Beispiel, Sohn und Enkel der erfolgreicher Nordenhamer Leichtathleten Manuel und Stefan Tönjes. Im Schlepptau seiner Mama Doreen Tönjes musste Simon zwar zwischendurch mal gehen, anstatt zu laufen, und sich die letzten Meter auch tragen lassen. Aber er kam ins Ziel, und das ist schließlich das Wichtigste. „Die richtig Kräfteeinteilung fehlt noch“, meinte Manuel Tönjes, der seinen völlig erschöpften Sohn auf dem Arm hatte, bevor er selbst als Läufer an den Start ging.
Die 5- und 10-Kilometer-Läufer, die als letzte starteten, erwischte es dann noch einmal so richtig. Der Startschuss war kaum gefallen, da schüttete es wie aus Eimern. Während beim Segelclub die Damen des Nordenhamer Ladies‘ Circle für Kaffee und Kuchen sorgten, trommelten in Großensiel die Mitglieder der Sambagruppe Pica-Pau do Norte im strömenden Regen den Läufern und wohl auch sich selbst Mut zu.
Unterm Strich zogen die Veranstalter dann aber doch noch eine positive Bilanz vom 5. Nordenhamer Weserlauf. Trotz des schlechten Wetters fast 130 Aktive – das kann sich sehen lassen. Und die Stimmung war gut. Daran konnte auch der Regen nichts ändern.
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