„Nachdem wir unsere Ankerposition in der Außenelbe verlassen hatten, hatten die beiden Frühwachen die anspruchsvolle Aufgabe, das Schiff sicher die Elbe hinauf nach Hamburg zu bringen. Dunkelheit, der starke Wind aus Südost und der zunehmende Verkehr beängstigend breiter Schiffe strapazierten die Nerven der Wachleute. Allerdings sorgten viel, viel Kaffee und das beruhigende Umhermarschieren des Tageskapitäns für eine ruhige, konzentrierte Arbeitsatmosphäre. So erreichten wir im Morgengrauen die Landungsbrücken und sorgten mit einem furiosen Anlegemanöver ohne Zuhilfenahme der Anker für viel Beifall.
Nach dem offiziellen Teil des Tages – eine Feuerprobe unter den Augen der Prüfer von der Seeberufsgenossenschaft – folgte der Teil, von dem die Kadetten zu Hause nur hinter vorgehaltener Hand sprechen. Die jungen Nautiker mussten sich wieder einer Prüfung unterziehen. Diesmal erschien Neptun höchstpersönlich, um die unwürdigen Staubgeborenen von ihrem trockenem Dasein zu befreien und ihnen die richtigen Seebeine zu schenken. Details seien hier nicht genannt, der Leser mag sich ihre eigenen wilden Fantasien dazu ausmalen. Selbst das wird der Prüfung nur halb gerecht.
Es sei nur erwähnt, dass sich alle Prüflinge als würdig erwiesen haben und nun ihre Seemannsnamen mit Stolz tragen werden. Nicht einmal die Hamburger Polizei konnte dies verhindern, und zeigte sich amüsiert über die seltsamen Rituale der Seeleute.“
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