Anerkannte Fachleute geben an den Clubabenden ihr Wissen weiter an den Otto Normalverbraucher am PC, der ohne den Club oft an die Grenzen seiner Möglichkeiten stoßen würde. Tauschbörse für Software oder Treffpunkt für Spiele-Freaks – das will der Club dagegen nicht sein.
„Wir sind immer so um die 20“, weiß Horst Huntemann, Vorsitzender des BCC. „Insgesamt haben wir 80 Mitglieder, davon sind 16 Frauen.“ Sie kommen aus Brake, Ovelgönne, Elsfleth und Berne. „Junge Mädchen haben sich in unseren Gründerjahren so gut wie gar nicht für PC-Technik interessiert. Heute setzen sie das fort, was sie früher am Telefon gemacht haben“, schmunzelt er. „Sie chatten bis zum geht-nicht-mehr.“
Keine Hexerei, erklärt Horst Huntemann, alles nur höhere Mathematik. Er muss es wissen, schließlich unterrichtet er neben Informatik auch dieses Fach am Braker Gymnasium. Und bei dem herumgereichten Waschzettel mit ellenlangen mathematischen Formeln über Musikerkennung würde selbst manchem Mathematik-Studenten im dritten Semester noch der Kopf qualmen.
Wer nun denkt, dass bei den Clubabenden junge Leute an den Tischen sitzen, irrt. „Das war nur am Anfang so“, schildert Uwe Mathies den Beginn der Clubarbeit. Er gehört zu den Gründungsvätern. Aber was heißt hier schon Väter? „Wir waren damals alle junge Leute um die 20 Jahre“, erzählt er.
Heute dominiert das graue Haar die Runde. „Der normale ältere Anwender wird doch im Stich gelassen, darum verstehen wir uns als Selbsthilfe-Organisation“, weiß er aus Erfahrung. „Ältere überwiegen auch deshalb, weil die Kinder aus dem Haus sind. Wen sollen die dann fragen“, meint Gerold Freese. „Dafür sind wir dann da.“
„Genauso war es bei mir auch“, gibt Annegret Imken zu. „Bei uns dürfen auch ruhig dumme Fragen gestellt werden, haben die mir im Club damals Mut gemacht.“ Sie räumt gerne ein, auch heute nicht alles zu verstehen. „Aber ich nehme von jedem Clubabend allerhand mit für mich.“ So geht’s wohl allen.
Ein besonderen Schwerpunkt wird auf digitale Fotografie gelegt. „Ist doch schade, dass die meisten Fotografen nur die Automatik der Kamera kennen“, klagt Manfred Röben, ein ausgewiesener Fachmann in Sachen Spiegelreflex. „Die Kameras können heute so viel, das sollte man auch nutzen“, meint er.
Diesem Zweck dienen seine Workshops. Da geht’s von der Panoramabild-Erstellung bis zur ausgefuchsten Nachbearbeitung am PC. Rote Augen entfernen, das sind noch Peanuts. Für die Fortgeschrittenen am Bildschirm geht’s auch dem Bildrauschen an den Kragen, die Schärfe wird nachjustiert, Bilder werden frei gestellt – all das lernt man.
„Und wenn Sie uns mit der Flasche Bier auf dem Tisch für die Kreiszeitung fotografieren wollen, bitte sehr! Wir retuschieren Ihnen hinterher jede einzelne Flasche so sauber aus dem Bild heraus als wäre sie nie dagewesen.“
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