Das Gerücht ging gestern im Hafen herum wie ein Lauffeuer. Der GHB heuert Mitarbeiter von Zeitarbeitsfirmen an, lässt sie auf eigene Kosten bei der BLG schulen, um sie dann auf dem Autoterminal als Fahrer einzusetzen. Die ersten 60 Fahrer sollen bereits in der Ausbildung stecken, hieß es gestern. Am Ende sollen 300 ausgeliehene Fahrer für den GHB tätig sein, der selbst erst im vergangenen Jahr 1000 Stellen abgebaut hat.
Den entlassenen GHB-Mitarbeitern, die derzeit reihenweise vom Arbeitsgericht die Unrechtmäßigkeit ihrer Kündigung bestätigt bekommen, erscheint das wie Hohn. Von der GHB-Führung war gestern keine Stellungnahme zu bekommen. Aber die BLG bestätigte, dass derzeit im Auftrag des GHB etliche Mitarbeiter von Zeitarbeitsfirmen ausgebildet werden.
Fünf Tage dauert solch ein Kursus für Fahrer. „Die ersten 40 sind in der Ausbildung, nächste Woche kommen weitere 20 oder mehr dazu“, sagt BLG-Sprecher Hartmut Schwerdtfeger. Von einer 300 Köpfe starken Zielzahl weiß er aber nichts.
Der GHB hat derzeit das Problem, dass Kunden wie die BLG die GHB-Mitarbeiter nicht zu den dort tariflich vereinbarten Löhnen anheuert. „Wir werden keine Leute zu höheren Sätzen abnehmen“, sagt Hartmut Schwerdtfeger. Die BLG hat als Einstiegslohn für neue Fahrer einen Niedrigtarif vereinbart. Es gibt neun Euro Stundenlohn. Mehr will die BLG auch dem GHB nicht für gleiche Tätigkeiten überweisen. Das heißt: Der GHB zahlt mehr an Löhnen, als er vom Kunden erstattet bekommt. Die Folge: Es droht die Insolvenz.
Der GHB verhandelt deshalb mit der Gewerkschaft Verdi um einen ähnlichen Niedriglohn. Eine Einigung gibt es bislang allerdings nicht. Offenbar, so wird jetzt spekuliert, soll mit den Aufträgen an die Zeitarbeitsfirmen der Niedriglohn auf Umwegen eingeführt werden. (mue)
Die ersten 40 Mitarbeiter werden bereits bei der BLG ausgebildet – Niedriglohn auf Umwegen?
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